Rost am Tesla Model 3 – wie kann man das verhindern?
Ein detaillierter Reparaturablaufplan. Das ist nötig, um den Schaden zu beheben.

Willkommen auf unserer Website. Wahrscheinlich kennst du uns schon und weißt, dass wir dein kompetenter Ansprechpartner rund um Karosserie- und Lackierarbeiten, Elektromobilität im Allgemeinen und Tesla im Speziellen sind.

Tesla Model 3
Tesla Model 3

Heute sprechen wir ein wirklich brisantes Thema an, das potenziell jeden betreffen kann, der ein Model 3 oder Model Y sein Eigen nennt:
Rost am Schweller.

Die Ursache ist genauso eindeutig wie eigentlich auch schnell behoben, denn es liegt an nicht verbauten Mud Flaps.
Wir zeigen dir anhand dieses betroffenen Fahrzeugs, welches Ausmaß diese kleine Ursache erreichen kann.

Unser treuer Kunde, der unsere Leistungsfähigkeit schon seit einer Keramikversiegelung und einer Unfallinstandsetzung kennengelernt hat, trat per E-Mail mit uns in Kontakt:

„Guten Tag Herr Safaie, (unser Wahid, Anm. d. Jürs GmbH)
Ich hoffe, es geht Ihnen gut.

Ich habe ein kleines Problem mit unserem Model 3. Unterhalb der beiden vorderen Türen am Übergang zum Unterboden finden sich Rostspuren und der Lack löst sich teilweise ab (Photos angehängt). Was kann bzw. sollte man hier machen? Ich wäre an einer pragmatischen Lösung interessiert, da wir das Model 3 bald verkaufen wollen.

Mit freundlichen Grüßen.

Michael M.“

Kurzum vereinbarten wir einen Termin. Unser Kunde Michael brachte das Fahrzeug zu uns nach Lübeck und wir führten eine erste Bestandsaufnahme durch. Was genau war da passiert?

Rost an den Schwellerspitzen
Rost an den Schwellerspitzen

Von außen weckte der Rost, der sich bereits durch einen Teil des Lacks emporgearbeitet hat, eine schlimme Vorahnung. Wir demontierten also die Schwellerverkleidungen auf beiden Seiten des Fahrzeuges.
Auf dem folgenden Bild kannst du erkennen, dass die Schwellerverkleidungen übermäßig verunreinigt sind. Ein Zeichen dafür, dass dieser Bereich enormen Schmutzbefall ausgesetzt ist. An dieser Stelle des Fahrzeugs sammelt sich Unrat aller Art an.

Aber auch hinter der Radhausschale konnten wir feststellen, dass sich der Schmutz förmlich aufstapelt. Nahezu die komplette Höhe der Schwellerverkleidung war von Schmutzablagerungen angefüllt. Die folgenden zwei Bildaufnahmen verdeutlichen das sehr eindrucksvoll.

Man sieht, das die Verkleidungen sehr schmutzig sind
Man sieht, das die Verkleidungen sehr schmutzig sind

Diese brikettierten Schmutzablagerungen sind der optimale Nährboden für den Rost. Eine Kombination aus Schmutz, Laub, Straßenabrieb und Schotter, abgeschmeckt mit einer Prise Streusalz sammelte sich großflächig hinter den Verkleidungen der Seitenschweller an. In diesem Substrat aus Schmutz und Salz lässt sich sehr gut erkennen, wie Feuchtigkeit hinter die Verkleidung gespült wurde, sich in dem bereits aufgestauten Schmutz mit Salz angereichert hat und nach unten abfließen wollte. Dort traf es schlussendlich auf den Schweller. Hier fraß sich die salzige Lösung zuerst durch die Schutzschicht aus Zink, später durch das Material des Schwellers und schlussendlich durch den außenliegenden Lackaufbau. Der Besitzer bemerkt somit also erst etwas, wenn es schon viel zu spät ist.

Für uns bedeutete das nun zuerst, den kompletten Vorderwagen zu zerlegen, damit wir ausreichend gut alle betroffenen Stellen erreichen konnten. Im Detail heißt das: Kotflügel ab, Stoßfänger ab und alle Verkleidungsteile ausbauen.

Das muss erstmal gereinigt werden

Im nächsten Schritt haben wir den gesamten Schwellerbereich einer Grundreinigung unterzogen.

Entrosten
Es muss nach dem zerlegen entrostet werden

Nach erfolgter Reinigung ging es an die professionelle Entrostung mit den unterschiedlichsten Geräten und Reinigungsscheiben. Selbstverständlich wollten wir so wenig Materialabtrag wie möglich gewährleisten. Dennoch muss so gründlich wie möglich auch in die letzte Rostpore gearbeitet werden, um einen Neubefall zu verhindern.

Das nächste Bild zeigt den Schwellerzustand nach der abgeschlossenen Entrostungsmaßnahme. Übrigens: Spätestens in dem Zustand des Werkstücks berühren wir es nur noch mit Handschuhen, um eine Kontaminierung mit Schweiß der Hände zu verhindern. Das Salz der Körperflüssigkeit begünstigt einen erneuten Befall des Werkstoffes und muss unbedingt vermieden werden.

So sah es nach dem entrosten aus

Nun folgte das großflächige Abkleben des Fahrzeugs. Dadurch erreichen wir, dass nur die Schadstelle eine neue schützende Epoxid-Grundierung bekommt.

Abkleben zum Grundieren

Die aufgetragene Grundierung wurde an den Übergängen abgeschliffen, gespachtelt und beigeschliffen um später eine perfekte Oberfläche ohne Übergänge realisieren zu können.

Auto ist in der Lackiererei

Die Herstellung der Unterbodenschutzkante war der nächste Schritt, bevor die neue Oberfläche und die Übergänge feingeschliffen wurden und ein erneuter Spachtelauftrag und Schleifvorgang diesen Schritt abschloss.

Spachteln & Schleifen

Alle Bereiche, die wir nicht mit Primer bzw. Füller versehen wollten, wurden abgedeckt. Zum Seitenteil haben wir einen feinen Übergang geschaffen. Dort befand sich noch eine kleine Delle, die wir für den Kunden kostenlos gleich mit entfernten. Später wurde das Seitenteil in dem Bereich anlackiert.

Alles muss wieder abgeklebt werden

Auch die Kotflügel mussten wir bearbeiten. Auch hier hieß es wieder reinigen, schleifen, spachteln, grundieren, füllern und für den eigentlichen Lackiervorgang vorbereiten.

Die Kotflügel. müssen auch bearbeitet werden

Um die Schadstelle möglichst klein zu halten, haben wir die Kotflügel nur „angefüllert“.

Auch hier wird der Kotflügel nur angefüllert
Anfüllern des Kotflügel

Selbstverständlich haben wir zwischendurch alle Schichten sorgfältig mit dem Infrarottrockner trocknen lassen.

Die einzelnen Schichten immer IR trocknen

Nachdem der Füller- und Infrarottrocknungsvorgang abgeschlossen war, haben wir dafür gesorgt, dass die Übergänge sauber geschliffen wurden. Danach haben wir die die nicht zu behandelnden Bereiche wieder abgeklebt, bzw. das Fahrzeug mit einer Folie überdeckt und die behandlungsbedürftigen Bereiche wieder freigeschnitten.

Nun ging das Modell 3 auf dem Quertransport in die Lackierkabine. Links und rechts des Bildes kannst du die Kotflügel erahnen.

M3 steht nun in der Kabine

Wir kamen dem Lackiervorgang immer näher. Dennoch musste das Model 3 erst von Staub befreit werden. Das erreichten wir durch Abblasen, den Einsatz verschiedenster Reiniger und unter Verwendung eines speziellen Staubbindetuchs. Nachdem nun auch die letzte kleine Verschmutzung beseitigt wurde, ging es zum Lackauftrag. Zuerst den Farbauftrag, abschließend der Klarlack.

Nach erfolgter Durchtrocknung haben wir das Fahrzeug in die Finishabteilung verbracht, wo die Lackierung unserem eingehenden Qualitätsprüfungsprozess unterzogen wurde. Am Seitenteil wurde die Übergangsstelle noch einmal leicht angeschliffen und aufpoliert.

Nach dem lackieren wird zusammengebaut

Unsere Karosserieabteilung übernahm ab hier und sorgte dafür, dass alle entfernten Bauteile wieder an ihren angestammten Platz zurückkehren konnten. Beim Zusammensetzen der Teile achten wir besonders auf ordentliche Spaltmaße und haben die Schwellerspitzen und Schweller gleich mit Hohlraumversiegelung konserviert.

Alles wird wieder zusammengebaut

Du hast nun gesehen, wie aufwändig die Instandsetzung der Schweller nach Rostbefall ist. Das alles kann vermieden werden. Durch sehr einfache und vergleichsweise kostengünstige Maßnahmen. Daher lege ich jedem einzelnen Model-3- und Model- Y-Fahrer ans Herz zumindest die Tesla Mud Flaps zu verbauen. Besser sind jedoch unsere Mud Flaps, die du hier (link zum Shopartikel) kaufen kannst. Denn im Vergleich zu den originalen Schmutzfängern schließt unsere Ausführung noch besser mit der Karosserie ab und eine spezielle lasergeschnittene Kunststoffklebefolie unter dem Fänger verhindert, dass die Oberfläche durch mechanische Belastung in Mitleidenschaft gezogen wird.

Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du zusätzlich noch eine Hohlraumversiegelung vornehmen lassen. (Link zum Kalkulator Hohlraumversiegelung, getrennt nach Model 3 und Model Y).

Schmutzfänger

 

Ist das die einzige Schwachstelle? Nein. Das nächste Schwerpunktthema wird bei den Heckklappen auftreten.

 

In der Vergangenheit waren die Heckklappen häufig schlecht eingestellt. Das führte dazu, dass es zu Berührungen der Klappe mit dem Heckstoßfänger kam. Dadurch arbeitete sich die Heckklappe in den Stoßfänger ein und die Lackschicht des Kofferraumdeckels platzte an der Kante ab. Hierdurch ist eine ungeschützte Stelle den Witterungseinflüssen ausgesetzt und führt zu schnellerer und stärkerer Korrosion.

Wenn du dein Fahrzeug ab und an mal intensiv untersuchst und beim ersten Verdacht direkt zu uns kommst, können wir meist schlimmeres verhindern.

Installationsanleitung - Schmutzfänger Download PDF