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Was die Euro 7 Abgasnorm für die Zukunft von Diesel und Verbrenner bedeutet

Euro-7-Abgasnorm

Neue Automodelle müssen innerhalb der Europäischen Union bestimmte Abgasnormen erfüllen, um eine Zulassung zu erhalten. Aktuell stecken die europäischen Gesetzgeber in den Vorbereitungen für die neue Norm Euro 7. Doch was bedeutet dies eigentlich für die Zukunft der Autos und mit welchen Fahrzeugen darf man künftig auf deutschen Straßen noch unterwegs sein?

In diesem Artikel klären wir Sie darüber auf, was es mit der Euro 7 Abgasnorm auf sich hat und worauf Sie sich in den nächsten Jahren einstellen müssen.

Gnadenfrist bis zum Jahr 2025

Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor stoßen klimaschädliche Gase und Schadstoffe aus. Dies dürfte hinreichend bekannt sein und gilt sowohl für Benziner als auch für Diesel Fahrzeuge. Aktuell regelt die Abgasnorm Euro 6, wie hoch der Schadstoffausstoß von einem Fahrzeug sein darf. Mittlerweile geht es in der EU-Kommission darum, die nächste Stufe der Norm vorzubereiten.

Die finalisierte Folgenabschätzung möchte die Kommission ab Herbst 2021 präsentieren. Ein konkreter Legislativvorschlag soll dann im Jahr 2022 folgen. Eines ist aber heute bereits sicher: Vor dem Jahr 2025 wird die Euro 7 Abgasnorm nicht in Kraft treten.

Hitzige Diskussionen rund um die Euro 7 Abgasnorm

Bei interessierten Unternehmen und Verbänden wird eifrig über die geplanten Inhalte der neuen Abgasnorm diskutiert. Zudem ließ die EU-Kommission bereits Zwischenergebnisse von vorbereitenden wissenschaftlichen Untersuchungen veröffentlichen.

Hierbei handele es sich jedoch um keinen Legislativvorschlag, wie die Kommission ausdrücklich betont. Eine seriöse Bewertung der künftigen Bestimmungen ist daher erst mit der Vorlage eines konkreten Verordnungsentwurfs möglich.

Was sind die Ziele der Euro 7 Abgasnorm?

Grundsätzlich möchte man die Automobilkonzerne dazu verpflichten, für eine weitere Reduzierung der Schadstoffausstöße ihrer neuen Modelle zu sorgen. Doch haben dann Diesel und Benziner auf dem Prüfstand tatsächlich noch eine Chance, die geforderten Werte zu erfüllen oder bedeutet die Euro 7 Abgasnorm ausschließlich nur noch freie Fahrt für Elektrofahrzeuge?

Freie Fahrt für Elektrofahrzeuge?
Freie Fahrt für Elektrofahrzeuge?

Ist die Euro 7 Abgasnorm der Türöffner für den abgasfreien Straßenverkehr?

Vielerorts ist man der Meinung, die Bürokratie auf EU-Ebene möchte sich mit der Euro 7 Abgasnorm darauf stürzen, die Reduzierung von Kohlenstoffdioxidemissionen und die Novellierung von strengen Grenzwerten voranzutreiben. Immerhin übernehmen mehr und mehr Elektrofahrzeuge die Kontrolle über die Straßen in Deutschland und anderen Ländern innerhalb der Europäischen Union.

Diese Fahrzeuge sind – abgesehen von Feinstaub durch Reifen und Bremsen – gänzlich frei von Emissionen. Experten sind sich bereits heute ziemlich sicher: Die Euro 7 Abgasnorm ist als finale Abgasnorm für Verbrenner zu verstehen, ehe Elektrofahrzeuge tatsächlich nach und nach immer mehr die Oberhand auf den Straßen übernehmen werden.

Dieselfahrverbot: Von Schadstoffklassen und Umweltzonen

In Sachen Dieselfahrverbot ist die Schadstoffklasse das entscheidende Kriterium. Möchte man mit seinem Fahrzeug in eine Umweltzone fahren, braucht es zudem die richtige Plakette. Wir möchten an dieser Stelle Klarheit in die Verwirrung mancher Autofahrer bringen, wenn es um Umweltzonen und Schadstoffklassen geht.

Was ist eigentlich eine Umweltzone?

Sinn und Zweck von Umweltzonen ist es, die Luftqualität zu verbessern und damit die Gesundheit der Menschen zu schützen. Häufig befinden sich Umweltzonen in innerstädtischen Gebieten. Hier dürfen nur Fahrzeuge unterwegs sein, die bestimmte Abgasstandards einhalten können.

Fahrzeuge, die in eine Umweltzone fahren, müssen mit Plaketten auf der Windschutzscheibe versehen sein. Aktuell braucht es für die Fahrt in eine Umweltzone in Deutschland die grüne Plakette.

Was ist eigentlich Feinstaub?

Mit bloßem Auge lässt sich Feinstaub nicht erkennen. Feinstaubpartikel besitzen einen Durchmesser von weniger als 0,01 Millimetern. Freigesetzt wird Feinstaub vor allem in Industrie, aber auch in Privathaushalten – beispielsweise von Kaminöfen. Im Straßenverkehr ist Feinstaub eine Folge vom Abrieb der Bremsen und Reifen, von aufgewirbeltem Staub und Abgasen – insbesondere aus ungefilterten Dieselfahrzeugen.

Der menschliche Körper ist nicht in der Lage, Feinstaubpartikel ausreichend zu filtern. In der Folge können diese bis in die Lungenbläschen wandern, was zu Atemwegs- sowie Herz- und Kreislauferkrankungen führen kann. Zum Teil haben diese Partikel krebserregende Wirkung und können hochgiftig sein.

Warum gibt es spezielle Dieselfahrverbote?

Fahrverbotszonen, die im Speziellen für Dieselfahrzeuge Gültigkeit haben, existieren seit 2018 in Deutschland. Die Motoren dieser Fahrzeuge lassen sich einer bestimmten Schadstoffgruppe zuordnen. Das Ziel dieser Fahrverbote ist es, Passanten und Anwohner vor den gesundheitlichen Belastungen durch Stickoxide zu schützen.

Was ist besser: Euro 6 oder Euro 6d?

Während die Euro 7 Abgasnorm noch Zukunftsmusik ist, sind die verschiedenen Abgasnormen Euro 6 Realität – zum Beispiel Euro 6c oder Euro 6d-Temp. An dieser Stelle möchten wir mit einem beliebten Missverständnis aufräumen: Die EINE Abgasnorm Euro 6 existiert nicht und sie hat es auch nie gegeben. Vielmehr gab es von Anfang an verschiedene Unter-Normen, die sich im Laufe der Zeit auf ganze neun Stück summiert haben.

Um sie zu unterscheiden, wurden diese Unterkategorien mit einem Kleinbuchstaben versehen. Euro 6a bildet hier gleich eine Besonderheit, denn auch wenn diese Abgasnorm auf dem Papier existiert hat, war sie in der Praxis niemals von Bedeutung. Hier ging es erst mit Euro 6b los. Verpflichtend wurde die Abgasnorm im September 2014 für sämtliche Typgenehmigungen neuer Fahrzeuge sowie im Folgejahr für alle neu zugelassenen Autos eingeführt.

Verschiedene Testverfahren als Grundlage

Um das Ganze noch etwas komplizierter zu machen, unterliegen auch die Testverfahren regelmäßigen Änderungen. Während bis 2017 Testverfahren im Rahmen des NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus – NEFZ) angewendet wurden, hat seitdem das WLTP-Verfahren (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedures WLTP) Gültigkeit.

Keine Unterschiede bei den Grenzwerten

Eine Gemeinsamkeit sämtlicher Unternormen von Euro 6 sind die Grenzwerte hinsichtlich der jeweiligen Art der Schadstoffe. Ein paar Beispiele an dieser Stelle: Unabhängig davon, ob nun Euro 6b oder Euro 6d, darf der maximale Ausstoß von Kohlenmonoxid bei einem Diesel laut Gesetzgeber einen Wert von 500 mg/Kilometer nicht überschreiten.

Parallel hierzu existieren auch Grenzwerte für Stickoxide, angegeben als Nox pro Kilometer (zum Beispiel 20 mg oder 30 mg km). Der Ausstoß von Stickoxiden ist auf einen Wert von 80 mg/Kilometer limitiert. Bei den Zielen darf der Ausstoß an Kohlenmonoxid hingegen bis zu 1.000 mg/Kilometer betragen, während Stickoxide einen Wert von 60 mg/Kilometer nicht überschreiten dürfen.

Die hauptsächlichen Unterscheidungsmerkmale der verschiedenen Euro-6-Kategorien sind zum einen die Gültigkeitsdaten und zum anderen bestimmte Feinheiten, die den Überblick hinsichtlich der Abgasnormen aktuell so schwierig gestalten. So mussten Fahrzeuge bei der Euro-6b-Einstufung ihr Abgasverhalten nur auf dem Prüfstand nachweisen – und dies in einem recht laschen Testverfahren.

Um die Euro-6c-Norm zu erfüllen, gelten verschärfte Bedingungen auf dem Prüfstand für das Fahrzeug. So fällt die Beschleunigung stärker aus und die Fahrzeuge sind mit verschiedenen Ausstattungen zu testen. Hierdurch verspricht sich der Gesetzgeber, Abgas- und Verbrauchstests näher an der Realität durchführen zu lassen.

Welches Auto sollte man kaufen?
Welches Auto sollte man kaufen?

Euro 7 Abgasnorm: Welches Auto soll ich denn nun kaufen?

Vor dem Hintergrund der künftigen Euro 7 Abgasnorm stellen sich viele Autofahrer aktuell natürlich die Frage, für welches Fahrzeug sie sich entscheiden sollen, wenn es darum geht, ein neues oder gebrauchtes Auto anzuschaffen. Da sich die neue Norm noch bis mindestens 2025 Zeit lassen wird, wählt man aktuell am besten einen Diesel, der den Abgasstandard Euro 6d erfüllt.

Sollte das gewünschte Modell nicht in dieser Schadstoffnorm angeboten werden, greift man am besten zu einer Alternative zum Diesel oder übt sich in Geduld, bis das jeweilige Fahrzeug auch mit dem neuen Abgasstandard in der Diesel-Variante zu haben ist. Mit Dieselfahrzeugen, die lediglich darunterliegende Abgasnormen erfüllen können, geht man hingegen das Risiko ein, auf kurz oder lang nicht mehr in sämtliche Innenstädte fahren zu dürfen.

Fahrzeuge der Schadstoffklasse Euro 6d sind hingegen im Realbetrieb sauber. Das Risiko fällt also entsprechend gering aus, in den nächsten Jahren in Deutschland von innerstädtischen Fahrverboten betroffen zu sein.

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