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Fragen und Antworten rund um das Auto polieren

Auto richtig polieren
Auto richtig polieren – Quelle: André Leisner /photography-leisner.de

Das Auto richtig polieren – Alles, was Sie wissen müssen

Der Autolack hat die Aufgabe, das Blech der Karosserie vor widrigen Einflüssen aus der Umwelt zu schützen. Hierbei muss er durchaus viel einstecken, denn Steinschläge beispielsweise können ebenso Schäden am Lack anrichten wie die Sonne, die den Lack ausbleicht. Auch Baumharz, Insektenreste und Vogelkot setzen der oberen Lackschicht zu. In der Folge wird der Lack stumpf, bleicht aus und wirkt matt. Abhilfe hiergegen schaffen Sie mit regelmäßigem Polieren des Fahrzeugs. Doch was ist Polieren eigentlich ganz genau?

Im Grunde bedeutet Polieren nichts anderes als das Schleifen im Mikrometerbereich. Autolack ist für gewöhnlich etwa 100 bis 140 Mikrometer dick. Bei jeder Politur tragen Sie zwischen 0,1 und 0,5 Mikrometer Klarlack ab. Das Ergebnis einer Politur ist ein glänzender Lack, der wieder besser vor Einflüssen der Umwelt geschützt ist und sich leichter reinigen lässt. Generell bestehen die beiden Möglichkeiten, das Auto entweder mit der Maschine oder von Hand zu polieren.

Wie Sie beim Polieren des Autos am besten vorgehen, was es zu beachten gibt und warum die richtige Vor- und Nachbereitung so wichtig ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Warum sollte ich das Auto eigentlich polieren?

Ein regelmäßig poliertes Auto sieht nicht nur gepflegter aus, sondern erhöht auch den Sachwert des Fahrzeugs. Der Grund: Beim Polieren tragen Sie die oberste Lackschicht fein ab, die eventuell bereits leicht verwittert ist, und legen eine neue Schicht frei. Hierdurch lassen sich auch feine Schrammen beseitigen, wodurch Sie der Bildung von Rost vorbeugen und den originalen Glanz des Fahrzeugs wiederherstellen können. Polieren ist jedoch nicht nur aus optischen Gründen zu empfehlen, denn ein frisch polierter Autolack ist deutlich weniger anfällig gegenüber umweltbedingten Einflüssen.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um das Auto zu polieren?

Nach einem langen Winter denken Sie sicherlich darüber nach, Ihrer Wohnung oder dem Haus einen Frühjahrsputz zu gönnen. Mit Beginn des Frühjahrs ist auch der beste Zeitpunkt gekommen, um Ihrem Auto gewissermaßen einen Frühjahrsputz zu spendieren.

Möchten Sie Ihr Auto polieren, dann wählen Sie am besten einen Tag, an dem der Himmel bedeckt ist und die Temperatur um die 20-Grad-Marke liegt. Der Frühling bietet sich für eine gründliche Autopolitur auch deswegen an, da das Streusalz dem Lack des Fahrzeugs während der kalten Monate im Winter sehr zugesetzt haben dürfte.

Richtige Zeitpunkt zum polieren
Richtige Zeitpunkt zum polieren – Quelle: André Leisner /photography-leisner.de

Die richtige Vorbereitung vor dem Polieren

Wenn Sie die Politur in eigener Regie durchführen möchten, müssen Sie Ihr Fahrzeug zunächst einer Grundreinigung unterziehen, ehe Sie zu Politur und Pinsel greifen sollten. Es ist elementar wichtig, dass der Lack porentief rein ist, denn ansonsten hat er unter Umständen nicht ausreichend Halt. Mit einer professionellen Wäsche in der Waschanlage können Sie den Lack gut auf die Politur vorbereiten.

  • Prüfen Sie den Lack nach dem Waschen auf Steinschläge oder sonstige Schäden. Wichtig ist es, Beschädigungen im Lack vor der Politur auszubessern. Hierzu ist ein Lackstift oder ein professionelles Reparatur-Kit geeignet.
  • Im Anschluss geht es daran, das notwendige Werkzeug für die Politur vorzubereiten. Hierzu benötigen Sie Polierpaste für das Auto, ein Schaumstoff-Pad oder einen Polierschwamm sowie mehrere Mikrofasertücher. Auch Polierwatte bietet sich hierfür an, ist jedoch nicht unbedingt notwendig, da das Produkt im schlimmsten Fall den Lack zerkratzt.
  • Im letzten Schritt vor der Politur gilt es noch, die Kunststoffteile und Scheiben abzukleben.

Welche Autopolitur ist die richtige?

Die Wahl der Politur sollten Sie von verschiedenen Faktoren abhängig machen. In diesem Zusammenhang zu nennen ist neben dem Beschädigungsgrad des Lacks auch die Art und Stärke der Verschmutzung. Haben Sie Ihrem Fahrzeug kürzlich eine Grundreinigung gegönnt, ist eine Hartwachs-Politur zu empfehlen. Diese versiegelt den Lack und lässt Schmutz und Wasser abperlen. In anderen Polituren sind Nano-Partikel enthalten, die den Lack mit einer glatten Oberfläche versehen. Bereits stark abgenutzte und ältere Lacke lassen sich am besten mit einer Politur behandeln, die einen niedrigen Schleifanteil besitzt. Auf dem Markt werden auch Kombi-Produkte angeboten, die Reinigung, Politur sowie Versiegelung des Lacks verbinden.

Was ist das beste Vorgehen beim Auto polieren?

Ganz gleich, ob Sie Ihr Fahrzeug per Hand oder mit einer Poliermaschine polieren möchten: Wie bereits mehrfach angesprochen, ist es wichtig, dass Sie das Fahrzeug vorab gründlich gereinigt haben, ehe es an die Politur geht.

Die richtige Politur per Hand in drei Schritten

Nehmen Sie sich bei der Politur des Fahrzeugs einzelne Abschnitte von oben nach unten vor. Beginnen Sie am besten beim Dach. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Fläche, die Sie mit einem Mal bearbeiten möchten, nicht zu groß ist.

  1. Tragen Sie die Politur mit einem Pad auf und massieren Sie diese in kleinen kreisenden Bewegungen und unter leichtem Druck in den Lack ein. Die meisten Produkte zeigen Ihnen dabei an, wann es genug ist. Während die einen milchig werden, zerfallen andere einfach zu Staub.
  2. Direkt im Anschluss beginnen Sie unmittelbar mit dem Nachpolieren, da die Politur nicht durchgetrocknet sein darf. Hierzu ist ein Mikrofasertuch empfehlenswert. Führen Sie dies unter mäßigem Druck entgegen der bisherigen Polierrichtung über die behandelte Fläche.
  3. Wenn sich der Lack glatt anfühlt (streifen Sie hierzu mit der Außenfläche Ihrer Hand über die Oberfläche), können Sie die Politur-Behandlung an einer anderen Stelle des Fahrzeugs fortsetzen.

Die Schritte 1 bis 3 wiederholen Sie so lange, bis Ihr Fahrzeug in neuem Glanz erstrahlt und Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind.

Politur mit einer Poliermaschine
Politur mit einer Poliermaschine – Quelle: André Leisner /photography-leisner.de

Die richtige Politur mit einer Poliermaschine in drei Schritten

Lackpflege per Hand braucht sehr viel Zeit. Ist man im Besitz einer Autopoliermaschine geht die Lackpflege natürlich deutlich schneller und das Ergebnis fällt vor allem bei sehr stark verwitterten Lacken besser aus. Allerdings braucht es im Umgang mit einer entsprechenden Poliermaschine ein gewisses Maß an Übung.

  1. Tragen Sie zunächst die Politur auf den Überzug des Polierkopfes auf und befeuchten Sie die Fläche mit etwas Wasser, am besten aus einer Sprühflasche. Auf diese Weise verteilen Sie das Mittel gleichmäßiger auf dem Lack.
  2. Anschließend führen Sie die Maschine in kreisenden Bewegungen unter einer mittleren Drehzahl über die gesamte zu behandelnde Lackfläche. Wichtig dabei ist es, dass der Polierschwamm stets mit ausreichend Politur versorgt und feucht ist. Hierdurch ist der Lack ausreichend gekühlt.
  3. Lassen Sie das Gerät nicht los und üben Sie nur leichten Druck aus. Verharren Sie zudem nicht zu lange auf einer Stelle. Besondere Vorsicht gilt es bei der Bearbeitung von Kanten walten zu lassen. An diesen Stellen ist die Gefahr besonders groß, den Lack förmlich „durchzupolieren“.

Welche typischen Fehler können beim Polieren des Fahrzeugs passieren?

Wenn Sie lediglich eine oberflächliche Hochglanzpolitur durchführen möchten, können Sie so gut wie nichts falsch machen. Das Fehlerrisiko steigt hingegen, wenn Sie eine grobe Medium Cut oder eine Heavy Cut Politur anwenden. Achten Sie darauf, grundsätzlich nur auf der äußeren Klarlackschicht des Fahrzeugs zu polieren. Wenn diese so dünn poliert wird, dass man letztlich den sich darunter befindenden Basislack erreicht, hat man ein Problem, da sich der hieraus entstandene Makel nur noch durch eine teure Neulackierung ausbessern lässt.

Wie oft wurde der Autolack poliert?
Wie oft wurde der Autolack poliert? – Quelle: André Leisner /photography-leisner.de

Wie viele Polituren hatte Ihr Autolack?

Medium und Heavy Cut Politur eignen sich dazu, viel Lack abzutragen. Früher oder später können Sie damit also theoretisch ein Loch in den Klarlack schleifen. Doch keine Sorge, dies geschieht nicht einfach so und schon gar nicht bei der ersten oder zweiten Politur auf neuem Lack. Das Risiko für einen Lackschaden steigt erst mit der Zahl der bereits durchgeführten Polituren allmählich an. Aus diesem Grund macht es Sinn, wenn Sie in etwa wissen, wie viele Polier-Einheiten der Wagen bereits hinter sich hat. Wollen Sie auf Nummer sicher gehen, können Sie ein Schichtdickenmessgerät verwenden – sofern Sie ein solches High-Tech-Feature besitzen sollten.

Grundsätzlich sollten Sie nicht den Fehler begehen, das Fahrzeug wegen jeder Kleinigkeit zu polieren. Behalten Sie zudem im Hinterkopf, dass sich einfach nicht jeder Kratzer wegpolieren lässt. Hat das Fahrzeug tiefe Kratzer abbekommen, die bis in den Basislack oder sogar ins Blech reichen, kann eine Politur nicht mehr weiterhelfen. Stattdessen sollten Sie darauf achten, eine gewisse Lackschicht zu erhalten, um einen Puffer für wirklich notwendige Behandlungen in der Zukunft zu haben.

Die klassischsten Fehler beim Polieren vermeiden

Ein häufiger Fehler bei der Pflege des Autos ist es, das Fahrzeug auf heißem Lack oder in der prallen Sonne zu polieren. In diesem Fall verdampfen die Wasseranteile sehr schnell und das Konzentrat beißt sich regelrecht die Oberfläche, was einen Lackschaden zur Folge hat. Gerne vergessen Autobesitzer auch eine Versiegelung nach der Behandlung mit Insektenspray, was dazu führt, dass die Insekten beim nächsten Mal umso fester am Lack festkleben werden.

Wie kann ich kleine Kratzer auspolieren?

Ein kleiner Kratzer im Lack ist schnell passiert und im Grunde kein großes Drama, er sieht aber einfach unschön aus. Wenn die Schramme größer ausfällt und dabei auch tiefere Lackschichten der Karosserie in Mitleidenschaft gezogen sind, wenden Sie sich unbedingt an einen Fachmann, um den Kratzer entfernen zu lassen. Am Auspolieren kleiner Schäden können Sie sich jedoch auch selbst versuchen. Allerdings ist hierfür die Voraussetzung, dass lediglich die oberste Lackschicht des Autos, also der Klarlack, beschädigt wurde.

Auf diese vier Punkte sollten Sie beim Auspolieren kleiner Kratzer in Eigenregie achten:

  • Auch bei dieser Arbeit ist es wichtig, die betroffene Stelle zunächst gründlich zu reinigen. Hierdurch verhindern Sie, dass Staub- oder Schmutzpartikel dem Lack weitere Kratzer beim Polieren zufügen.
  • Ehe es an die Ausbesserungsarbeiten geht, muss das Auto vollkommen trocken sein.
  • Anschließend kleben Sie die umliegende Fläche zum Schutz ab. Wählen Sie eine Schleifpaste oder eine Politur, die nicht zu grobe Schleifpartikel besitzt.
  • Nun können Sie die Politur möglichst gleichmäßig auftragen und die Teilflächen abschließend mit einem weichen Frotteetuch bearbeiten.
Was kostet eine Autolack Politur?
Was kostet eine Autolack Politur? – Quelle: André Leisner /photography-leisner.de

Wie sieht es mit den Kosten für das Polieren aus?

Die Frage nach den genauen Kosten für das Polieren des Lacks oder eine professionelle Lackaufbereitung lässt sich pauschal nicht beantworten. Der finale Preis ist abhängig vom Fahrzeug, dem Zustand des Lacks und Ihren Wünschen. Sprechen Sie uns daher am besten direkt an, wenn Sie Ihrem Fahrzeuglack etwas Gutes tun möchten. Wir beraten Sie gerne über alle Möglichkeiten, die bestehen und werden Ihnen einen Kostenvoranschlag unterbreiten.

Fazit: Das Polieren des Fahrzeugs in eigener Regie ist möglich, wenn bestimmte Dinge beachtet werden. In jedem Fall an einen Fachmann wenden sollten Sie sich, wenn tiefe Kratzer oder Schrammen im Lack vorhanden sind oder der Fahrzeuglack bereits deutlich in die Jahre gekommen ist. Dann ist die Gefahr für einen Laien sehr groß, mehr Schaden als Nutzen am Fahrzeug anzurichten. Besuchen Sie uns stattdessen in unserer Werkstatt oder rufen Sie uns an, um einen Termin für eine professionelle Lackaufbereitung zu vereinbaren.