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Wie werde ich Fahrzeuglackierer? Erfahrungen einer Auszubildenden

Ausbildung zum Fahrzeuglackierer
Foto: Ausbildung zum Fahrzeuglackierer, Quelle: Jürs GmbH

Wie werde ich Fahrzeuglackierer?

Du möchtest mehr als nur die trockenen Fakten aus dem Ausbildungsplan hören? Dann interessierst Du Dich vielleicht für den Erfahrungsbericht einer Auszubildenden aus unserer Werkstatt. Mehr erfährst Du in diesem Blogbeitrag.

Es dauert nicht mehr lang und ich bin eine geprüfte Fahrzeuglackiererin

Zur Zeit bin ich in der Ausbildung zur Fahrzeuglackiererin. Bereits in weniger als zwei Monaten steht meine Gesellenprüfung an und ich habe diesen Blogbeitrag geschrieben, damit ihr einen Einblick von meiner Lehrzeit erhaltet. Dabei sind mir folgende Punkte besonders wichtig: 

  • Wie bin ich überhaupt zu diesem Beruf gekommen?
  • Wie ist es im Handwerk als Frau?
  • Wann solltest Du anfangen zu lernen?
  • Berichtsheft – etwas, was jeder gern schleifen lässt. Aber wieso ist es wichtig, es zu führen?
  • Berufsschule
  • Was macht Spaß, was weniger?
  • Zwischenprüfung
  • Gesellenprüfung
  • Wann solltest Du beginnen, Dich zu bewerben?

Ausgiebiges Informieren über einzelne Berufe vor der Berufswahl

Wie bin ich überhaupt zu diesem Beruf gekommen?

Ich kann behaupten, dass ich mich wirklich umgesehen und in viele Berufe hineingeschnuppert habe. Es gab keinen Beruf, den ich rundherum schlecht fand. Aber ich fand auch keinen, von dem ich mir vorstellen konnte, ihn Jahrzehnte lang auszuüben.

Als ich jünger war (und kleiner, aber bin ich ja heute noch), verfolgte ich im Fernsehen alle Sendungen über Rene Turrek. Ich hatte schon immer Spaß an Farben und lebte meine künstlerische Ader, wenn man es so nennen darf, bereits früh aus. Ich weiß noch, dass mir Papier nie für meine Kunstwerke ausreichte und deshalb die Zimmerwände dafür herhalten mussten. Daher stand für meine Eltern regelmäßig eine Renovierung auf dem Programm. Aber ich wurde älter und habe mich weiterentwickelt. So sind die Abstände zwischen den Renovierungsmaßnahmen mit der Zeit größer geworden.

Vor der Ausbildung ein Praktikum zum Reinschnuppern

Praktikum in der Autolackiererei
Foto: Praktikum in der Autolackiererei, Quelle: Jürs GmbH

Meine Mama brachte mich schließlich auf den Beruf des Fahrzeuglackierers. Sie meinte zu mir: „Schatz, versuch es. Zeig ihnen, dass es dein Ding ist“. Nach einem Praktikum von mehreren Wochen ging ich dann in die Ausbildung. Das ist jetzt schon drei Jahre her! Ich bereue keinen Tag und liebe meinen Job. Klar gibt es Tätigkeiten, die langweilig sind, aber das gehört halt bei jedem Job dazu. Das muss man sich eben immer wieder sagen. Und solange ich nicht tagelang Felgen schleifen muss, ohne etwas anderes tun zu können, macht mir alles Spaß.

Was übrigens mein Idol Rene Turrek betrifft – unglaublich, aber wahr – ich habe ihn kennengelernt. Er war schon häufiger mit seinem Team bei uns in der Firma und sogar bei uns in der Berufsschule.

Frauen sind in diesem Beruf in der Unterzahl

Wie ist es im Handwerk als Frau?

Frauen sind in diesem Beruf ganz klar in der Unterzahl. Nicht jede Lackiererei kann außerdem so ohne weiteres weibliche Mitarbeiter einstellen, da dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Generell ist die Anzahl von Frauen, unabhängig vom Beruf, in so einer Werkstatt gering. Im dazugehörigen Büro sieht es dann gleich wieder anders aus. Da ist der Frauenanteil höher.

Dennoch ist es ein angenehmes Arbeiten. Man wird eigentlich nicht auf das Geschlecht reduziert. Zumindest habe ich das so noch nicht erlebt. Wenn es darum geht, schwere Dinge zu bewegen, wird auch Rücksicht genommen und ich bekomme Unterstützung. Wobei ich denke, dass man alles, was man selber machen und selber tragen kann, auch wirklich selber tun sollte. Das ist schließlich kein Beinbruch.

Manche Auszubildende sind engagierter als andere

Auf jeden Fall ist mir aufgefallen, dass die meisten Frauen in der Ausbildung zum Lackierer engagierter sind als viele Männer. Sie arbeiten sorgfältiger, auch wenn ihnen die Aufgabe gerade weniger Spaß macht. Sie geben sich mit den Berichtsheften und in der Fachtheorie mehr Mühe. Das liegt wohl daran, dass Frauen sich auf diese Ausbildung bewerben, weil sie auch tatsächlich Lackierer werden wollen.

Einige Jungs/Männer dagegen wählen diesen Job nur, weil sie nichts anderes finden. Dann ist natürlich die Motivation geringer und das Verständnis dafür, welche Aufgaben rund um das eigentliche Lackieren wirklich wichtig sind, ist auch niedriger. Ich kann hier allerdings nur über meine persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen schreiben ...

Saubere Vorarbeit vor dem Lackieren
Foto: Saubere Vorarbeit vor dem Lackieren, Quelle: Jürs GmbH

Kein Durchfallen in der Zwischenprüfung

Wann solltest Du anfangen zu lernen?

In der Berufsschule werden wir sowohl auf die Zwischenprüfung als auch auf die Abschlussprüfung gut vorbereitet. Wie viel Du für die einzelne Prüfung lernst, musst Du selbst entscheiden. Schließlich kennst Du Deinen eigenen Leistungsstand am besten. Ein Durchfallen ist in der Zwischenprüfung nicht möglich, bei der Abschlussprüfung natürlich schon.

Mehr Lernstoff für die Abschlussprüfung

Für die Abschlussprüfung habe ich eher angefangen zu lernen, als für die Zwischenprüfung. Erstens ist es mehr Lernstoff und zweitens ist die Prüfung kniffeliger. Sie besteht aus drei Teilen. Im letzten Teil ist dann schon mal ein wenig die Luft raus und die Konzentration lässt nach. Deshalb wiederhole ich den gesamten Lehrstoff, damit möglichst alles auf Abruf da ist. Denn in der Abschlussprüfung darf es keine Sechs als Note geben. Dann wäre ich durchgefallen.

Rechtzeitig mit dem Lernen beginnen

Außerdem kommt viel Mathe in der Prüfung vor und in der Schule wird nur an einem Tag der Lehrstoff noch mal wiederholt. Das reicht nicht aus. Also gibt es wirklich genug Gründe, sich rechtzeitig die Zeit zum Lernen zu nehmen. Aber letztendlich musst Du entscheiden, wann Du damit beginnst. Ich bin halt ein kleiner Streber und habe eher begonnen.

Das Berichtsheft – eine unbeliebte, aber notwendige Aufgabe

Für viele ist es einfach lästig und eine total unbeliebte Aufgabe, ein Berichtsheft zu führen. Einige wissen auch nicht, wieso es so wichtig ist, die Berichte zu schreiben. Es macht aber keinen Sinn, es erst mal schleifen zu lassen, denn am Ende musst Du doch das Berichtsheft vollständig abliefern. Aber warum eigentlich?

Das Führen eines Berichtsheftes ist Pflicht

Du hast sicherlich schon etwas von den Rechten und Pflichten während einer Ausbildung gehört. Der Ausbilder hat Pflichten und Du als Auszubildender ebenfalls. Zu Deinen Pflichten gehört das Schreiben des viel gehassten Berichtsheftes. Doch viele nehmen diese Pflicht nicht ernst.

Im Berichtsheft dokumentiert ein Auszubildender alles, was er während der Ausbildung gemacht hat. Anhand der Berichte ist es so möglich, festzustellen, ob Du ordnungsgemäß ausgebildet worden bist.

Zulassung zur Abschlussprüfung nur mit vollständigem Berichtsheft

Auch wenn die meisten keine Lust zum Schreiben haben, ein vollständiges Berichtsheft ist eine Zulassungsvoraussetzung zur Abschlussprüfung. Aber zur Zwischenprüfung musst Du es ebenfalls abgeben. Im Klartext heißt es: kein Berichtsheft – keine Zulassung zur Abschlussprüfung – keine abgeschlossene Ausbildung.

Die Zwischenprüfung findet in der Regel zum Ende des 2. Lehrjahres statt. Sie besteht aus zwei Teilen Theorie und einem Praxisanteil. Die gesamte Prüfung wird innerhalb von zwei Tagen an der Berufsschule durchgeführt. Zur Prüfung wirst Du nur zugelassen, wenn Du Dein vollständiges Berichtsheft zum festgelegten Termin vorlegst.

Am besten nach jedem Arbeitstag ins Berichtsheft schreiben

Wie Du am besten die Berichte schreibst? Ich selbst schreibe jeden Tag ins Berichtsheft. Jeden Tag ein paar Zeilen tun nicht weh und kosten nicht viel Zeit. Außerdem brauche ich mir so nicht ständig Notizen zu machen, da ich ja noch weiß, was ich gemacht habe. Je mehr Zeit Du Dir lässt, desto lästiger wird das Berichtschreiben. Andere schreiben kurz vor den Prüfungen mal eben einige Tage durch. Darauf habe ich keine Lust und das tue ich meinen Chef auch nicht an.

Ein unvollständiges Berichtsheft kann zur Abmahnung führen

Manche Ausbilder sind da echt streng. Wenn das Berichtsheft nicht, wie vereinbart, regelmäßig vorgelegt wird, bekommt kein Lohn oder ähnliches. Außerdem  kannst Du für ein unvollständiges Berichtsheft abgemahnt werden. Drei solche Abmahnungen bedeuten das Aus!

Bewerbung mit dem Zwischenzeugnis um eine Stelle nach der Ausbildung

Auch wenn Du in der Zwischenprüfung nicht durchfallen kannst, solltest Du Dich trotzdem anstrengen. Denn mit diesem Zeugnis bewirbst Du Dich ja um Deine zukünftige Stelle als Geselle nach der Ausbildung. Es sei denn, Dein Lehrbetrieb übernimmt Dich nach bestandener Abschlussprüfung. Also, falls Du merkst, dass Du noch Schwächen hast, dann ist es sicherlich sinnvoll, diese auszurotten, indem Du lernst.

Zweimal pro Woche Berufsschule im 1. Lehrjahr

In den drei Jahren der Ausbildung besuchst Du im 1. Lehrjahr zwei Tage die Woche die Schule. Bei mir war es jeweils der Montag und der Freitag. Wir waren zusammen mit den Malern aus dem ersten Lehrjahr in einer Klasse.

Ein Berufsschultag zählt wie ein Arbeitstag

Die Schultage werden als normaler Arbeitstag angerechnet. Du musst dafür aber an sechs Unterrichtsstunden teilgenommen haben. Falls Stunden ausfallen, bist Du verpflichtet den Chef anzurufen und zu fragen, ob Du bei der Arbeit erscheinen sollst. Es sei denn, es ist mit dem Ausbilder etwas anderes vereinbart. Für meinen Chef zählt hauptsächlich, dass es sechs Unterrichtsstunden sind. Sind es an einem Tag weniger, heißt es ab in den Betrieb.

Einmal pro Woche Berufsschule im 2. und 3. Lehrjahr

Im 2. und 3. Lehrjahr ist nur noch einmal pro Woche Berufsschule. Dafür sind die Fahrzeuglackierer im Unterricht unter sich. In den letzten beiden der acht Stunden findet immer Praxisunterricht statt. Das ist echt super, denn nur wenige Berufsschulen bieten Praxisunterricht an. Die Fachtheoriestunden sind gut aufgeteilt, so dass wir nie etwas doppelt lernen. In jedem neuen Lehrjahr wechseln zu Beginn die Lernfelder.

Lernen finde ich anstrengender als arbeiten

Auf die Schule freue ich mich die ganze Woche über am meisten. Ich liebe den Unterricht, tausche mich gern aus und kann mich sogar entspannen. Allerdings bin ich danach total kaputt, mehr als nach einem ganzen Tag im Betrieb. Mein Körper ist es nicht gewohnt, den ganzen Tag stillzusitzen, stundenlang aufzupassen und mit dem Gehirn zu arbeiten. Dafür hast Du dann den Nachmittag frei. Das ist auch super.

Auf jeden Fall werde ich auch die letzten Unterrichtstage noch genießen.

Weniger gute Tage hat jeder mal

Was macht Spaß, was weniger?

Es gibt diese Tage, an denen man generell einfach lustlos ist. Black Fridays, an denen alles schief geht. Tage, an denen man unzufrieden ist. Schlechte Tage eben, die jeder mal hat. Aber ansonsten … ich denke, wenn alle zusammen im Team agieren, Absprachen einhalten und das Klima grundsätzlich angenehm ist, dann macht im Prinzip alles Spaß.

Gesellenprüfung mit theoretischen und praktischen Prüfungsteilen

Stoßstange Kratzer beseitigen
Foto: Stoßstange Kratzer beseitigen, Quelle: Jürs GmbH

Die Gesellenprüfung findet natürlich am Ende der Ausbildung statt. Zu den drei Teilen Theorie gehört unter anderem auch das Fach Politik. Von der praktischen Prüfung findet der erste Teil in der Schule statt. Zum Beispiel musst Du dabei an einer Stoßstange Kratzer beseitigen und sie lackieren. Die zweite praktische Prüfung folgt an einem Samstag in einem ausgewählten Betrieb. Dort bekommst Du „Dein eigenes Auto“. Da muss beispielsweise die Beifahrertür demontiert, ausgebeult und neu lackiert werden. Anschließend gibt es ein Fachgespräch mit dem Prüfer.

Gesellenbrief im Rahmen der Freisprechung

Zwei Wochen später erfahren die Auszubildenden dann, ob sie bestanden haben. An diesem Tag endet offiziell der Ausbildungsvertrag. Erst auf der sogenannten Freisprechung wird Dir Dein Gesellenbrief überreicht.

Rechtzeitiges Bewerben auf eine neue Stelle

Wann sollst Du anfangen, Dich zu bewerben?

Du möchtest nicht in Deinem Ausbildungsbetrieb bleiben? Oder hat Dein Betrieb nicht die Möglichkeit, Dich zu übernehmen? Falls Du keine Information darüber hast, ob Du übernommen wirst bzw. übernommen werden kannst, solltest Du das auf jeden Fall rechtzeitig klären. Damit Du genügend Zeit hast, Dich zu bewerben.

Bewerbungsmappe aktualisieren

Ich habe bereits sechs Monate vor Ende meiner Ausbildung angefangen, meine Bewerbungsmappe aufzupeppen und zu aktualisieren. Immerhin sind seit meiner letzten Bewerbung drei Jahre vergangen. Die Zeugnisse aus der Berufsschule müssen mit rein und das Anschreiben soll ja richtig sitzen. Ab Ende Februar, also fünf Monate vor Ausbildungsende, habe ich angefangen, Bewerbungen zu schreiben und wegzuschicken. Andere Betriebe müssen schließlich rechtzeitig von mir erfahren.

Ich würde mich, über Likes auf meinem Instagram Account von Euch freuen.
Eure Lack.Biene

Lack.Biene
Foto: Lack.Biene, Quelle: Jürs GmbH

Hast Du noch Fragen oder möchtest Du Dich bei uns bewerben?

Möchtest Du noch mehr über die Ausbildung zum Lackierer erfahren, dann ruf uns einfach an unter  0451 – 89 22 18 oder nutze das unten aufgeführte Formular, um mit uns Kontakt aufzunehmen. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden, um Deine Fragen zu beantworten.

Möchtest Du Dich um einen Ausbildungsplatz zum Lackierer bei uns bewerben, dann sende Deine Bewerbungsunterlagen bitte an folgende E-Mail: info@juers-lackiererei.de. Wir von der Firma Jürs – Der Collisionsspezialist sind absolute Spezialisten auf diesem Gebiet und bilden Dich sehr gern aus. Näheres erfährst Du auf unserer Karriereseite.

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