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Alternative Antriebsarten – Vor- und Nachteile

Alternative Antriebsarten beim Auto
Foto: Alternative Antriebsarten beim Auto, Quelle: Jürs GmbH

Antriebsarten - Was Sie jetzt wissen sollten

Die autofreien Sonntage in den 1980er Jahren waren bereits die Vorboten der heutigen Devise, die da lautet „Weg vom Erdöl“. Alternative Antriebsformen sind also gefragt, die das Klima weniger belasten und gleichzeitig die weltweiten Reserven an Erdöl schonen, denn schließlich ist Erdöl nicht unbegrenzt vorhanden.

Laut Schätzungen reichen die Ressourcen weltweit ungefähr bis zum Jahr 2050 - sofern sich am globalen Verbrauch in Zukunft nichts ändert. Bekanntlich kommt es bei der Verbrennung der Kraftstoffe zum Ausstoß von Kohlendioxid, was den Treibhauseffekt verstärkt und damit negativen Einfluss auf den Klimawandel hat.

An dieser Stelle wollen wir gar nicht von weiteren gesundheitsgefährdenden Schadstoffen wie Stick- und Schwefeloxiden oder Kohlenwasserstoffen reden, die ebenfalls ein Ergebnis bei der Verbrennung von Kraftstoffen sind. Im Idealfall kommen alternative Antriebsformen für motorisierte Fahrzeuge also ganz ohne Benzin und Co. aus.

Tendenz: Immer mehr Fahrzeuge weltweit

Der Einsatz von Diesel und Benzin - beides bekanntlich Produkte, die aus Erdöl hergestellt werden - sollte aus den genannten Gründen also reduziert werden; nicht sehr einfach, wenn man bedenkt, dass die Anzahl der registrierten Kraftfahrzeuge weltweit immer weiter ansteigt. Im Jahr 2015 zählte man weltweit 1,3 Milliarden Autos, Motorräder, Busse, Lkw, Traktoren und sonstige Fahrzeuge.

Die USA belegt hierbei mit etwa 113 Millionen gemeldeten Autos den Spitzenplatz. In Deutschland verfügt statistisch gesehen mehr als jeder Zweite über ein Auto. So sind in der Bundesrepublik etwa 46 Millionen Autos registriert. Spitzenreiter in Europa, was die Fahrzeugdichte pro Einwohner betrifft, ist aber Italien, gefolgt von Polen auf Platz 2 und Norwegen auf Platz 3. Deutschland befindet sich in dieser Rangliste auf Platz 7. Der Fahrzeugbestand wächst sowohl in den Industrieländern als auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern auch seit dem Jahr 2015 immer weiter an.

Dieser Anstieg an Fahrzeugen macht zwei Sachverhalte deutlich:

Zum einen steigt die Mobilität weltweit; zum anderen geschieht dies jedoch auf Kosten der Umwelt, denn der Ausstoß von CO2 steigt dadurch natürlich immer weiter an. Umso relevanter wird das Thema der alternativen Antriebe.

Alternative Antriebe, die auf saubere Energieträger setzen und auf Erdöl verzichten, sind im wahrsten Sinne des Wortes alternativlos. Fast alle Experten sind sich sicher: Nur mit ihnen wird es gelingen, gleichzeitig die Gefahren für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen zu reduzieren und dennoch die individuelle Mobilität für viele Menschen zu erhalten.

Wettbewerb bei Antriebskonzepten
Foto: Wettbewerb bei Antriebskonzepten, Quelle: Jürs GmbH

Der Wettbewerb läuft

An dieser Stelle wird es spannend, denn welchen der verschiedenen bereits vorhandenen alternativen Antriebskonzepten die Zukunft gehören wird, ist heute noch nicht entschieden. Es ist davon auszugehen, dass es auch in der nahen Zukunft die eine, universelle alternative Antriebstechnologie nicht geben wird; stattdessen ist davon auszugehen, dass eine Vielzahl verschiedener Konzepte den Markt erobern wird.

Welche vielversprechenden alternativen Antriebsarten bereits heute existent sind, werden Sie in diesem Artikel erfahren. Wir stellen Ihnen die bekanntesten Vertreter zunächst in einer kurzen Übersicht vor; anschließend nehmen wir die genannten alternativen Antriebsarten im Detail unter die Lupe.

Kurze Erklärung zu den unterschiedlichen alternativen Antriebsarten

Antriebsart Anmerkungen und Erklärungen
Hybrid Ein Hybridantrieb besteht aus der Kombination zweier verschiedener Antriebe - in der Regel meist aus einem Verbrennungsmotor mit einem E-Motor.
Elektroauto Über viele Jahre herrschte die Meinung vor, dass ein batteriebetriebenes Elektroauto nicht für den Alltag geeignet sei. Aktuelle Energie-Szenarien bringen das Elektroauto jedoch wieder vermehrt ins Gespräch.
Brennstoffzelle Die notwendige Energie für das Fahrzeug entsteht beim Antrieb per Brennstoffzelle durch eine chemische Reaktion von Sauerstoff und Wasserstoff. Außer Wasserdampf entstehen hierbei keinerlei Abgase.
Gas Im Vergleich zu Benzin und Diesel ist Gas bereits seit vielen Jahren eine sehr günstige Kraftstoff-Alternative. Hersteller bieten ab Werk in Deutschland mehr als 30 Gas-Fahrzeuge an.
Biosprit Nachwachsende Rohstoffe, die Grundlage für Biosprit bilden, können den Weg aus der Abhängigkeit von Erdöl weisen.
Ethanol Der Ethanol-Kraftstoff ist vor allem in Süd- und mittlerweile auch in Nordamerika sehr beliebt. Dort wird er als Kraftstoff E85 angeboten. Diese Bezeichnung lässt sich durch den Ethanol-Anteil im Kraftstoff in Höhe von 85 Prozent erklären.


Die alternativen Antriebe im ausführlichen Porträt

Nach der kurzen Übersicht über die verschiedenen alternativen Antriebsarten, möchten wir diese nun genauer unter die Lupe nehmen und Ihnen die Besonderheiten vorstellen.

Autogas

Autogas ist eine günstige Alternative zu herkömmlichem Benzin. Bekannt ist das Flüssiggas auch unter der Bezeichnung LPG. Im Grunde ist Autogas ein Nebenprodukt, das bei der Raffinerie von Erdgas und Erdöl entsteht. Es handelt sich dabei um ein Gemisch aus Propan und Butan, das als Ersatz für Benzin in Ottomotoren verwendet werden kann.

Bei der Verbrennung von Autogas fallen keine festen Rückstände an und zudem kommt es zu einer um 80 Prozent reduzierten Freisetzung von Stickoxiden. Zusätzlich hinterlässt Autogas deutlich weniger Schadstoffe wie etwa Schwefeldioxid.

Möchte man Autogas für das Fahrzeug nutzen, ist die Nachrüstung einer Gasanlage erforderlich. Jedoch vertragen nicht alle Motoren das Gasgemisch. Bei solchen Modellen sind Systeme erforderlich, mit denen dem Flüssiggas Additive zugemischt werden. Einige Modelle von Herstellern wie beispielsweise Hyundai, Ford oder Dacia sind bereits ab Werk für den Betrieb mit Autogas ausgerüstet.

Erdgas

Zwar werden beide Gase bei Benzinmotoren eingesetzt, dennoch sollte man Erdgas nicht mit Autogas verwechseln. Die Energiedichte von Erdgas, das hauptsächlich aus Methan besteht, ist sehr gering. Damit bei Erdgas die erforderliche Energiemenge erreicht werden kann, die notwendig ist, um ein Auto anzutreiben, muss es auf einen Druck von 200 bar verdichtet werden.

An Tankstellen wird Erdgas unter der Bezeichnung CNG angeboten. Es ist bei beinahe sämtlichen Benzinmotoren möglich, sie auf einen Erdgas-Betrieb umzurüsten. Verhältnismäßig aufwendig ist dabei jedoch die Installation des Erdgas-Tanks. Dieser wird meistens im Kofferraum eingebaut, was zu einem reduzierten Stauraum im Kofferraum führt.

Bei Serienfahrzeugen von beispielsweise Audi oder Opel erfolgt die Installation des Tanks dagegen unter dem Fahrzeugboden - damit geht kein Stauraum für Gepäck oder Einkäufe im Kofferraum verloren.

Wie funktioniert das Tanken eines Erdgasfahrzeugs?

Auch ein Erdgasfahrzeug wird von einem Verbrennungsmotor angetrieben. Die meisten Erdgasfahrzeuge besitzen neben dem Erdgastank einen zusätzlichen Benzintank. Dieser ist vor allem als Reserve konzipiert, sofern das Erdgas ausgeht und keine dafür ausgerichtete Tankstelle in der Nähe sein sollte.

Ein solches bivalentes Fahrzeug wechselt automatisch in den Benzin-Modus, wenn der Erdgastank leer ist. Das Auffüllen des Erdgastanks ist dem gewöhnlichen Tanken sehr ähnlich. Sie müssen hierzu eine Zapfsäule ansteuern, dort eine Füllkupplung am Eingang des Tanks ansetzen und diese verriegeln. Die Öffnung des Gasventils erfolgt in der Regel an der Zapfsäule. Anschließend kann das Gas in den Tank strömen. Dieser Vorgang wird automatisch gestoppt, sobald der Tank voll ist.

Was ist der Unterschied zwischen Erdgas und Autogas?

Im Gegensatz zu Erdgas handelt es sich bei Autogas um Flüssiggas. In Deutschland in dieses deutlich weiter verbreitet als Erdgas. Herkömmliches Erdgas wird aus der Erde gefördert, Autogas hingegen ist ein Nebenprodukt in Raffinerien. Auch in der Zusammensetzung unterscheiden sich beide Gas-Arten. Autogas bzw. Flüssiggas besteht vor allem aus Butan und Propan.

Woraus wird Bioethanol gewonnen?

Auch Bioethanol zählt zu den alternativen Kraftstoffen, die sich in Benzinmotoren einsetzen lassen. Aus chemischer Sicht betrachtet ist Ethanol eine Form von Alkohol. Den Namen verdankt Bioethanol der Tatsache, dass er aus Biomasse wie beispielsweise Zuckerrüben, Roggen oder Weizen gewonnen wird.

Bioethanol ist flüssig und hat die Eigenschaften, schwefelfrei zu verbrennen und dabei weniger Schadstoffe zu produzieren. Auch die Emissionen von Kohlendioxid sind niedriger. Angeboten wird Bioethanol in verschiedenen Mischformen.

Die reine Form wird als E100 bezeichnet. Diese lässt sich jedoch nur in speziellen Motoren verwenden. Gängiger ist die Mischung E85. In diesem Fall setzt sich der Kraftstoff zu 85 Prozent aus Bioethanol und zu 15 Prozent aus normalem Benzin zusammen.

Woraus wird Biodiesel gemacht?

Bioethanol kommt ausschließlich in Ottomotoren zum Einsatz. Bei Biodiesel hingegen handelt es sich um einen alternativen Kraftstoff zum herkömmlichen Diesel. Biodiesel lässt sich durch chemische Prozesse gewinnen. Als Rohstoffe dienen tierische Fette oder pflanzliche Öle. Während in den USA vorwiegend Sojaöl eingesetzt wird, setzt man in Asien vor allem auf Palmöl. In Europa hingegen wird zur Herstellung von Biodiesel vorwiegend Rapsöl verwendet.

Eignet sich Pflanzenöl für Dieselmotoren?

Auch Pflanzenöl kommt als alternativer Kraftstoff für Dieselfahrzeuge infrage. Prinzipiell eignet es sich sehr gut für die Verbrennung in Dieselmotoren, da diese sehr sauber erfolgt und daher keine Rückstände hinterlässt. Problematisch ist allerdings der Unterschied in Sachen Viskosität.

Diesel besitzt bei normalen Umgebungstemperaturen eine geringere Viskosität, es kann also besser fließen als Rapsöl. Bei Biodiesel können die Öle derart umgewandelt werden, dass sie sich direkt im Dieselmotor verwenden lassen. Bei Pflanzenöl ist hingegen eine technische Anpassung des Motors notwendig.

Displayanzeige elektrischer Antrieb
Foto: Displayanzeige elektrischer Antrieb, Quelle: Jürs GmbH

Was ist ein Elektrischer Antrieb?

In Sachen alternative Antriebskonzepte ist der Elektromotor ein Paradebeispiel. Vielleicht wussten Sie bisher nicht, dass das Prinzip des Elektromotors älter ist als der Verbrennungsmotor. Um das Jahr 1900 herum existierten mehr Fahrzeuge mit Batterieantrieb als solche mit Kraftstoff im Tank. Die Stromer verschwanden jedoch mit der Entwicklung des elektrischen Anlassers beinahe vollständig vom Markt.

Mittlerweile geht der Trend aber wieder zurück zur Elektrifizierung - verständlich, wenn man sich die Vorteile ansieht, mit denen Elektroautos punkten können. So überzeugen sie in Sachen Sauberkeit, geringerer Lärmbelastung und sparsameren Ressourcenverbrauch. Sofern der Strom aus regenerativen Energiequellen stammt, entstehen so gut wie keine Emissionen.

Führend im Bereich der Elektroautos sind die klassischen Autoländer China und die USA, in denen jährlich mehrere hunderttausend Fahrzeuge verkauft werden. In Deutschland hingegen bilden Elektroautos nach wie vor eine Nische im Autosektor. 

Was ist ein Hybridantrieb?

Das Konzept eines Hybridautos besteht aus einem Fahrzeug, in dem zwei Antriebe vorhanden sind - ein Elektro- und ein Verbrennungsmotor. Mit diesem Konzept werden die jeweiligen Schwächen und Stärken der jeweils anderen Antriebsart kompensiert. Der Elektroantrieb kann beispielsweise auf Kurzstrecken, insbesondere bei Fahrten innerhalb der Stadt, auftrumpfen, denn er ist sparsam, sauber und leise.

Bei Fahrten auf der Autobahn hingegen kann der Benzinmotor mit seiner größeren Reichweite punkten. In Deutschland gibt es aktuell mehr als 130.000 Hybridautos. Übrigens lassen sich auch große und schwere Fahrzeuge wie Geländewagen oder SUVs mit einem Hybridsystem ausrüsten. Der Plug-In-Hybrid ist eine neue Entwicklungsstufe. Bei diesem Konzept werden die Akkus nicht nur über den Verbrennungsmotor aufgeladen, sondern lassen sich auch über die Steckdose mit neuer elektrischer Energie versorgen.

Aussicht im Bereich der alternativen Antriebsarten

Natürlich steht die Forschung im Bereich der alternativen Antriebsarten für Fahrzeuge nicht still. Dies ließ sich vor allem bei den Elektroautos feststellen. So konnten die hartnäckigsten Nachteile von Elektrofahrzeugen in den letzten Jahren deutlich reduziert werden. Dies betraf beispielsweise die Reichweite, die mögliche Höchstgeschwindigkeit oder die Anzahl der Ladestationen. 

Es ist davon auszugehen, dass sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auch bei den anderen alternativen Antriebsarten kontinuierlich Fortschritte erzielen lassen, denn schließlich sind die Tage von klassischen Verbrennungsmotoren aufgrund der schwindenden Ölreserven weltweit früher oder später gezählt.

Alternative Antriebsarten - Vor- und Nachteile im Detail

Im ersten Abschnitt dieses Artikels zum Thema alternative Antriebsarten haben wir die einzelnen Aspekte genauer unter die Lupe genommen. In diesem zweiten Abschnitt  soll es nun konkret um die Eigenschaften sowie Vor- und Nachteile der Antriebsarten gehen. 

Vor- und Nachteile der alternativen Antriebsarten
Foto: Vor- und Nachteile der alternativen Antriebsarten, Quelle: Jürs GmbH

Am Ende dieses Artikels sollen Sie alles Relevante zu den verschiedenen Antriebsarten wissen, um sich selbst ein Urteil bilden zu können, welcher alternativer Antriebsart Sie den Vorzug geben würden bzw. in Zukunft tatsächlich möchten. Vor allem, wenn Sie ohnehin planen, ein neues Fahrzeug anzuschaffen, sollten Sie die Potenziale der alternativen Antriebsarten nicht außer Acht lassen.

Die alternativen Antriebe im ausführlichen Porträt

Nachfolgend nehmen wir die alternativen Antriebsarten genauer unter die Lupe und stellen Ihnen die die Besonderheiten sowie Vor- und Nachteile der einzelnen Antriebsarten vor.

Autogas

Die Verbrennung bei Autogas erfolgt vergleichsweise schadstoffarm. Auch in finanzieller Hinsicht kann Autogas punkten. So ist es nicht nur günstig im Preis, sondern der Verbraucher profitiert auch von steuerlichen Ermäßigungen bis zum Jahr 2022.

Ab dem Jahr 2023 hingegen wird der reguläre Steuersatz in Kraft treten, was einen Nachteil von Autogas darstellt. Im Vergleich zu Benzin ist der Verbrauch von Fahrzeugen, die mit Autogas betankt werden, höher.

Erdgas

Ähnlich wie bei Autogas erfolgt auch bei Erdgas die Verbrennung relativ schadstoffarm. Gegenüber Benzin ist der Ausstoß von Kohlendioxid deutlich geringer. Auch Erdgas kann in Sachen Finanzen punkten. So ist es nicht nur günstig im Preis, sondern der Fahrzeugbesitzer kann zusätzlich von Steuerermäßigungen bis zum Jahr 2026 profitieren.

Ab dem Jahr 2026 hingegen wird der reguläre Steuersatz gelten. Bei einem Erdgasfahrzeug ist die Installation eines Gastanks notwendig. Dies macht das Fahrzeug nicht nur schwerer, sondern schränkt auch den Platz im Kofferraum ein, sofern der Erdgastank dort installiert werden muss. Darüber hinaus ist das Tankstellennetz für Erdgasfahrzeuge nur regional ausgebaut und nicht flächendeckend.

Vorteil 1 von Erdgas: Umweltfreundlichkeit

Im Gegensatz zu anderen Kraftstoffen fällt der Ausstoß an Kohlenstoffdioxid um bis zu 18 Prozent niedriger aus. Feinstaub und Stickoxide werden bei der Verbrennung von Erdgas nahezu gar nicht abgegeben, was vor allem im Gegensatz zu Diesel einen großen Vorteil bedeutet.

Eine noch umweltfreundlichere Variante ist Biogas. Gewonnen wird dieses aus biologischem Abfall und landwirtschaftlichen Reststoffen. Die technischen Anforderungen an ein Erdgasfahrzeug erhöhen sich durch einen höheren Bioanteil im Erdgas übrigens nicht.

Vorteil 2 von Erdgas: Finanzielle Förderung

Erdgas wird von Seiten des Staates finanziell gefördert, da es im Vergleich zu anderen Kraftstoffen eine geringere Belastung für die Umwelt darstellt. So fällt der Preis beim Tanken dank der reduzierten Mineralölsteuer bei Erdgas günstiger aus als bei Benzin oder Diesel. Zusätzlich bieten einige Kommunen und Gasversorger eine Förderung beim Kauf eines Erdgas-Autos an.

Nachteile von Erdgas

Die begrenzte Auswahl an Fahrzeugen ist ein Nachteil, wenn man sich für die Antriebsform Erdgas entscheiden möchte. Die mangelnde Planungssicherheit ist aktuell der Hauptgrund dafür, warum sich die Automobilhersteller eher zurückhaltend beim Bau von Erdgasautos zeigen. Die genannten Steuerermäßigungen bei der Mineralölsteuer gelten stets nur für einen begrenzten Zeitraum und werden regelmäßig nur jahresweise verlängert.

Des Weiteren existieren nicht so viele Tankstellen für Erdgas wie für herkömmliche Kraftstoffe. So waren im Jahr 2018 nur etwa 860 Erdgastankstellen verfügbar. Im Vergleich hierzu lag die Anzahl an Diesel- und Benzintankstellen im selben Jahr bei etwa 14.500.

Bioethanol

Auch bei Fahrzeugen, die mit Bioethanol betankt werden, erfolgt eine schadstoffarme Verbrennung. Die Verbrauchskosten halten sich bei Bioethanol in Grenzen. Zudem sind höhere Motorleistungen möglich.

Nachteilig an Fahrzeugen, die mit Bioethanol betrieben werden, ist die Tatsache, dass sie gewissermaßen in Konkurrenz zum Anbau von Nahrung stehen. Zusätzlich erfordert die Produktion sehr viel Energie.

Biodiesel

Vorteilhaft an Biodiesel: Auch Biodiesel ist günstig im Preis. Dahingegen erfordert die Produktion viel Energie und der Ausstoß von Stickstoff ist vergleichsweise hoch. Für Neuwagen ist der Kraftstoff Biodiesel meistens unzulässig, was die Auswahl eines passenden Fahrzeugs natürlich deutlich einschränkt.

Blick durch die kritische Brille: Ist Biodiesel wirklich so umweltfreundlich?

Auf den ersten Blick scheint Biodiesel tatsächlich ein vergleichsweise umweltfreundlicher Kraftstoff zu sein, denn er wird nicht aus Erdgas oder Erdöl, sondern aus Pflanzen gewonnen. Diese Pflanzen, Raps beispielsweise, entziehen durch Fotosynthese der Luft Kohlenstoffdioxid.

Während des Fahrzeugbetriebs kompensieren sie gewissermaßen dadurch den dabei anfallenden Ausstoß des Treibhausgases. Die Abgabe von umweltschädlichen Abgasen wie Feinstaub und Kohlenmonooxid ist bei der Verbrennung von Biodiesel zudem reduziert. Warum wird Biodiesel trotz dieser Vorzüge als „grüner Klimakiller“ bezeichnet? Dies lässt sich dadurch erklären, dass die tatsächliche Wirkung des nachwachsenden Kraftstoffs von Drittfaktoren abhängt.

Für die Umweltverträglichkeit ist beispielsweise entscheidend, aus welchen biologischen Rohstoffen der Kraftstoff am Ende gewonnen wird und unter welchen Bedingungen der Abbau der Rohstoffe erfolgt. Wichtig ist also, dass die Herstellung von Biokraftstoffen nachhaltig erfolgt, was die Bundesregierung mit der Formulierung verbindlicher Anforderungen bereits im Jahr 2009 festgelegt hat.

Pflanzenöl

Die Feinstaubemissionen liegen bei Pflanzenöl um etwa 50 Prozent niedriger als bei Diesel. Meistens ist Pflanzenöl als alternativer Kraftstoff nur für ältere Dieselmotoren geeignet. Zusätzlich sind verschiedene Anpassungen am Kraftstoffsystem notwendig, wenn man das Fahrzeug mit Pflanzenöl antreiben möchte.

Die Faktenlage: Ist Pflanzenöl als Kraftstoff umweltschonend?

Pflanzenöl ist während des Betriebs sauberer als Diesel. Der Ausstoß von Rußpartikeln sinkt während der Verbrennung ebenso wie der von Kohlenstoffdioxid. Schwermetalle und Schwefel werden nicht abgegeben. Zusätzlich haben die Ölpflanzen Kohlenstoffdioxid aufgenommen, ehe sie geerntet und weiterverarbeitet wurden. Diese positiven Eigenschaften bei der Verbrennung gelten allerdings nur für den Fall, dass der Motor für den Betrieb mit Pflanzenöl entsprechend umgerüstet wurde. 

So kann ein herkömmlicher Dieselmotor das Öl nicht richtig verbrennen; in der Folge kommt es zu einem vermehrten Ausstoß von Ruß und anderen gesundheitsgefährdenden Stoffen. Zudem erfordert der landwirtschaftliche Anbau von Energiepflanzen seinerseits größere Mengen an Kraftstoff, wobei dieser häufig nicht aus regenerativen Quellen stammt.

Batterieanzeige Elektrofahrzeug
Foto: Batterieanzeige Elektrofahrzeug, Quelle: Jürs GmbH

Elektrofahrzeuge

Fahrzeuge, die mit elektrischer Energie betrieben werden, weisen keine direkten Emissionen auf. Nach wie vor ist bei Elektroautos die Reichweite begrenzt. Zusätzlich ist das Fahrzeug vergleichsweise schwer. 

Hinzu kommt noch, dass die Herstellung der speziellen Akkus, die für ein Elektrofahrzeug als Energiespeicher notwendig sind, vergleichsweise aufwendig und ressourcenintensiv ist. Bei allen Vorteilen, die ein emissionsfreier Betrieb mit sich bringt, wird dieser Umstand von Umweltfreunden gerne vergessen.

Hybridfahrzeuge

Auf kurzen Wegen in der Stadt ist der Verbrauch bei Hybridfahrzeugen recht niedrig. Da auf Kurzstrecken meistens der zusätzliche Benzintank nicht in Anspruch genommen werden muss, fallen entsprechend keine Emissionen an. Anders sieht es hingegen bei Fahrten auf der Autobahn aus.

Um die vergleichsweise geringe Reichweite erweitern zu können, schaltet ein Hybridfahrzeug bei Langstrecken oder Strecken auf der Autobahn auf den zusätzlichen Benzintank um, was wiederum CO2-Emissionen wie bei einem gewöhnlichen Benzinfahrzeug bedeutet. Dazu kommt ein eingeschränktes Platzangebot im Kofferraum, ähnlich wie bei einem Erdgasfahrzeug. Außerdem ist das Fahrzeug vergleichsweise schwer. 

Wasserstoff

Fahrzeuge, die mit Wasserstoff betrieben werden, verursachen keine direkten Emissionen. Zusätzlich lassen sich hohe Reichweiten mit einer Brennstoffzelle erzielen.

Im Gegenzug ist die Herstellung von Wasserstoff-Fahrzeugen sehr energieintensiv. Darüber hinaus ist für Wasserstoff-Fahrzeuge kaum eine ausreichende Infrastruktur vorhanden und es sind bisher nur wenige serienreife Modelle auf dem Automobilmarkt erhältlich.

Die Verbreitung von Fahrzeugen mit alternativen Antriebsarten

In Deutschland stecken Fahrzeugmodelle mit alternativen Antriebsarten noch in den Kinderschuhen - im Gegensatz zu den klassischen Automobilnationen wie China und den USA. Besonders beliebt hierzulande sind Fahrzeuge mit Hybridantrieb. So belief sich die Anzahl an Neufahrzeugen (Erstzulassung), die über einen solchen Antrieb verfügten, im Jahr 2017 auf mehr als 80.000 Stück. 

Im Gegensatz dazu lagen die Zahlen für Fahrzeuge mit Flüssiggas und Erdgas insgesamt bei knapp über 8.000, ein Zehntel also im Vergleich zu Hybrid-Fahrzeugen. Angemeldete Neuwagen mit reinem Elektroantrieb zählte man in Deutschland knapp über 25.000 Stück im Jahr 2017.

Zu beobachten ist jedoch eine kontinuierliche Steigerung der Zulassungen von Fahrzeugen mit alternativen Antriebsarten. Moderat befeuert werden die Kaufanreize durch staatliche Förderungen für Hybrid- und Elektroautos. Auch steuerliche Vergünstigungen für Erdgas- und Autogasfahrzeuge könnten die richtigen Impulse setzen, um die Verbreitung dieser Fahrzeuge in Deutschland zu erhöhen.

Ausblick: Wie sieht die Zukunft von Fahrzeugen mit alternativen Antriebsarten aus?

Klar ist, dass Fahrzeugen mit alternativen Antriebskonzepten die Zukunft gehört. Dies ergibt sich allein aus der Tatsache, dass die weltweiten Reserven an Erdöl - der Grundträger für Benzin und Diesel - voraussichtlich bis zum Jahr 2050 ausgeschöpft sein werden. 

Spätestens ab diesem Zeitpunkt führt also kein Weg mehr an Fahrzeugen mit alternativen Antriebskonzepten vorbei. Im Gegensatz zu Diesel und Benzin belasten alternative Antriebsformen deutlich weniger die Umwelt und letztlich auch die Gesundheit des Menschen.

Bisher konkurrieren verschiedene Antriebs- und Kraftstoffarten sowie unterschiedliche Fahrzeugmodelle miteinander. Bis heute lässt sich noch nicht absehen, welche Antriebsart sich in der Zukunft durchsetzen wird.

Wie wollen Sie sich entscheiden?

Mit den hier genannten Informationen haben Sie nun ein fundiertes Wissen, um selbst entscheiden zu können, welcher alternativen Antriebsart Sie in Zukunft den Vorzug geben möchten und welche Fahrzeugmodelle am besten zu Ihrer eigenen Philosophie und in Ihr persönliches Lebensumfeld passen, beispielsweise abhängig von Ihrem Fahrverhalten. 

Lassen Sie das Auto für kurze Strecken gerne einmal stehen oder wollen oder können Sie auch bei innerstädtischen Fahrten nicht auf Ihr Fahrzeug verzichten? Legen Sie vorwiegend Kurzstrecken oder Strecken auf der Autobahn - beispielsweise auf der täglichen Pendelstrecke zur Arbeit - zurück?

All dies sind Fragen, die nur Sie selbst beantworten können. Sie sollten Ihre letztliche Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Antriebsart abhängig von den Antworten auf diese Fragen machen.

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